Warum Computerführerscheine?
Viele Kinder- und Jugendmedienprojekte aber auch Schulen mit Medienarbeit beginnen irgendwann mit der Entwicklung von "Computer- oder Internetführerscheinen". An diese Entwicklung knüpfen sich unterschiedliche Hoffnungen und Absichten: Computerführerscheine sollen dazu dienen, die technischen Geräte zu schonen und Kindern und Jugendlichen eine eigenständigere und selbstverantwortlichere Nutzung zu ermöglichen. Grundkenntnisse sollen vermittelt werden, um anspruchsvollere Medienprojekte zu verwirklichen. Kinder haben häufig schlicht und einfach Spaß am Erwerb von Zertifikaten.
Diesem Bedürfnis wird Rechnung getragen. Jugendliche wünschen sich aussagekräftige Zertifikate für die Bewerbungsmappe. Teamende oder Lehrende im Multimediabereich wünschen sich eine Richtschnur für die Vermittlung von Know-how an Kinder- und Jugendliche. Eltern, Kinder und Jugendliche fordern einen besseren Überblick über das konkrete Lernangebot in Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Dies entspricht auch Erwartungen der Politik an die außerschulische Jugendbildungsarbeit. Diese soll trotz Methodenvielfalt und Situationsansatz nicht in Beliebigkeit abgleiten und ihre informellen und nicht-formalen Bildungsleistungen transparent machen. Computerführerscheine haben somit auch eine Bedeutung für das Qualitätsmanagement in Jugendmedieneinrichtungen.
Allerdings sind die Inhalte, die über solche "Computerscheine" vermittelt werden von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich und werden untereinander häufig nicht anerkannt. Die Aussagekraft von Computer-Zertifikaten ist oft fragwürdig.
Vor diesem Hintergrund versuchen seit 2001 Neuköllner Kinder- und Jugendeinrichtungen, einige Schulen und Bibliotheken sich auf einheitliche Inhalte zu verständigen, um die Wertigkeit, Attraktivität und gegenseitige Anerkennung der Kinder- und Jugendcomputerführerscheine zu erhöhen. Schnell fanden sich auch Medien-Einrichtungen und Schulen anderer Bezirke, die diese Entwicklung unterstützen, so dass wir uns in Kooperation mit dem "Offenen Arbeitskreis Jugendinformation" und vielen weiteren Partnern auf dem Weg zu einem Berliner Zertifikat begaben.